„Asthma-Aufklärung ist wichtig“ – DGD Lungenklinik Hemer zum Weltasthmatag am 7. Mai

Mai 7, 2024

Wie in jedem Jahr findet auch in diesem Jahr am ersten Dienstag im Mai der „Weltasthmatag“ (engl. World Asthma Day) statt. Dieser besondere Tag soll auf die Bedeutung des Asthma bronchiale hinweisen. In diesem Jahr steht der Weltasthma-Tag unter dem Motto „Asthma-Aufklärung ist wichtig“ („Asthma Education Empowers“), womit die Bedeutung von Patientenaufklärung und -schulung im Umgang mit der Erkrankung hervorgehoben werden soll.
„Dies erfolgt nicht ohne Grund“, weiß Privatdozent Dr. Michael Westhoff, Chefarzt der Pneumologie und Ärztlicher Direktor der DGD Lungenklinik Hemer. „Das Asthma bronchiale ist eine Erkrankung von besonderer Wichtigkeit für das Gesundheitswesen und eine der häufigsten chronischen, nicht übertragbaren Krankheiten, von der über 260 Millionen Menschen betroffen sind. Jedes Jahr kommt es weltweit zu über 450.000 Todesfällen, von denen die meisten vermeidbar wären.
Die „Global Initiative for Asthma“ („GINA“) betont im Besonderen die Notwendigkeit, betroffene Patientinnen und Patienten mit Asthma mit der entsprechenden Aufklärung zum Umgang mit ihrer Krankheit zu befähigen und zu erkennen, wann sie medizinische Hilfe suchen müssen. „So wollen auch wir aus der Lungenklinik, das Bewusstsein für die weiterhin vermeidbare Morbidität und Mortalität aufgrund von Asthma sowie für die Möglichkeiten einer wirksamen Behandlung zu schärfen. Patienten sollen zuverlässige Informationen und eine optimale Behandlung erhalten“, bestärkt PD Dr. Westhoff das Ansinnen der weltweiten Initiative.
„Zu den wichtigsten Themen der Aufklärung gehören eine genaue Diagnostik, der Einsatz von entzündungshemmenden inhalativen Kortikosteroid-Inhalatoren und der zu häufige Einsatz einer alleinigen Therapie mit den sogenannten kurzwirksamen Beta2-Agonisten (SABA)-Inhalatoren“, macht PD Dr. Westhoff aufmerksam. „Asthma ist eine chronische, entzündliche Erkrankung, die mit einer Überempfindlichkeit der Atemwege einhergeht. Bei entsprechender Veranlagung und je nach Ausprägung des Krankheitsbildes tritt anfallsweise oder länger anhaltende Luftnot aufgrund einer „Verkrampfung“ der Bronchialmuskulatur und entzündlichen Schwellung der Bronchialschleimhaut auf. Häufig berichten die Patienten über eine vermehrte Bildung von zähem Schleim. Häufig nimmt man pfeifende Atemgeräusche wahr“, so der ausgewiesene Pneumologe über die Symptome. „Viele unsere Patientinnen und Patienten beklagen Husten, der mitunter das einzige Symptom sein kann. Das Asthma hat in der Regel eine gute Prognose und führt bei fachgerechter Behandlung nicht zu einer Reduktion der Lebenserwartung – anders als die COPD, die eine Erkrankung mit nicht-reversibler Atemwegseinengung ist.“
Beim allergischen Asthma lassen sich als Auslöser z.B. Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben oder Insektengifte. finden. Im Rahmen von Kreuzallergien können auch Nahrungsmittel Asthmabeschwerden oder -anfälle auslösen. Das nicht-allergischen Asthma wird häufig durch unspezifische Reize wie Duftstoffe, Kälte, Belastungen oder Infekte ausgelöst und tritt eher im Erwachsenenalter auf. Als die entscheidende Säule der Behandlung benennt PD Dr. Westhoff die inhalativen Kortisonpräparate in Kombination mit bronchialerweiternden Substanzen, die gezielt die Entzündung in den Atemwegen herunterregeln. „Dadurch hat sich in den letzten Jahrzehnten die Asthmatherapie und die Lebensqualität der Betroffenen grundlegend verbessert. Nur bei schweren Asthmaanfällen oder -verläufen ist die Gabe von Kortison als Injektion oder in Tablettenform erforderlich. Bei schweren Verläufen eines sogenannten „eosinophilen Asthmas“ kann mittlerweile auch mit speziellen Medikamenten (Biologika, wie IL-5 Antikörper oder IL-13 Antikörper) behandelt werden, die gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen“ schildert der erfahrene Mediziner. Für das allergische Asthma hingegen stellt die Hyposensibilisierung eine weitere Behandlungsmöglichkeit dar, um die Reaktion auf Allergene zu reduzieren.
So appelliert der Chefarzt der Lungenklinik: „Patienten sollen frühzeitig den Umgang mit Asthma lernen und ein Gefühl für ihre Erkrankung mit den jeweiligen Symptomen und dem individuellen Verlauf bekommen, sowie das Asthma-Management gut beherrschen lernen.“ Die niedergelassenen Lungenfachärzte bieten deshalb Asthmaschulungen zur Inhalationstechnik, zum Verhalten in Notfällen und Eigenkontrolle in Form von Selbsttests „Peak-Flow-Messungen“) sowie das Führen eines Asthma-Tagebuchs an. Ergänzend ist eine Teilnahme am Lungensport möglich. „Asthma bronchiale ist heutzutage in den allermeisten Fällen medikamentös effektiv behandelbar“, fasst PD Dr. Westhoff zusammen. Durch die Entwicklung der Biologika steht auch den schweren Verläufen mit dauerhafter oder gehäuft erforderlicher Einnahme von Kortisontabletten eine wirksame Alternative zur Verfügung.

 

Zum Foto: Privatdozent Dr. med. Michael Westhoff, Chefarzt der Pneumologie und Ärztlicher Direktor der DGD Lungenklinik Hemer, bei der Befundung eines Lungenfunktionstests (Foto: Anja Haak, DGD Lungenklinik Hemer)

 

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