Damit ist Lungenkrebs die häufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Der wichtigste Grund dafür ist, dass die Erkrankung lange kaum Beschwerden verursacht – und deshalb häufig erst entdeckt wird, wenn sie bereits fortgeschritten ist.
Genau hier setzt ein neues Angebot an: Seit wenigen Wochen ist das Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-Computertomographie (CT) in Deutschland als Leistung der gesetzlichen Krankenkassen eingeführt. Es richtet sich an Menschen mit deutlich erhöhtem Risiko – also an aktive Raucherinnen und Raucher sowie an Personen, die vor höchstens zehn Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben, jeweils im Alter von 50 bis 75 Jahren. Ziel ist es, Tumoren in einem Stadium zu entdecken, in dem sie häufig noch heilbar sind.
Frühe Diagnose kann Leben retten
Internationale Studien zeigen: Bei dieser Risikogruppe können Tumore durch ein strukturiertes Screening deutlich häufiger in einem frühen Stadium entdeckt werden. Und je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Behandlungsmöglichkeiten sowie die Heilungs- und Überlebenschancen.
„Mit dem neuen Screeningangebot haben wir die Möglichkeit, Tumore zu entdecken, bevor sie Symptome verursachen. Das kann für viele Menschen den entscheidenden Unterschied machen“, erklärt Professor Dr. Kaid Darwiche, Chefarzt der Pneumologie.
Screening an der Lungenklinik Hemer
Viele Zentren haben das Lungenkrebsscreening inzwischen aufgebaut. Auch die Lungenklinik Hemer bietet diese Form der Früherkennung in Zusammenarbeit mit ihren überregionalen Netzwerkpartnern an. Das Angebot erfolgt nach den bundesweit festgelegten Qualitätsstandards.
Wird im Screening eine Auffälligkeit festgestellt, stehen den Betroffenen an der Lungenklinik Hemer sämtliche modernen diagnostischen Möglichkeiten zur Verfügung, um die Ursache präzise und möglichst schonend abzuklären. Dabei geht es nicht nur darum, einen möglichen Tumor zu erkennen, sondern auch harmlose Veränderungen sicher einzuordnen und unnötige Belastungen zu vermeiden. Falls erforderlich, können weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen sehr zeitnah eingeleitet werden.
„Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch Krebs. Viele Veränderungen sind gutartig. Entscheidend ist, dass wir sie mit modernster Diagnostik zuverlässig einordnen und unseren Patientinnen und Patienten schnell Sicherheit geben oder – falls notwendig – ohne Zeitverlust die richtige Behandlung einleiten können“, betont Professor Darwiche.
Zum Weltlungenkrebstag ruft die Lungenklinik Hemer Menschen mit entsprechendem Risikoprofil dazu auf, sich über das Screening zu informieren und das Angebot zu nutzen, wenn die medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind. Die Eignung muss durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Allgemeinmedizin, Innere Medizin oder Arbeitsmedizin bestätigt werden.
Rauchstopp bleibt der wichtigste Schutz
Neben der Früherkennung bleibt der wichtigste Schutz vor Lungenkrebs der Rauchstopp. Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko deutlich. Und selbst nach einer Lungenkrebsdiagnose kann ein Rauchstopp die Prognose erheblich verbessern, den Behandlungserfolg unterstützen und das Risiko für Komplikationen verringern. „Früherkennung und Rauchentwöhnung gehören deshalb zusammen: Sie können Leben retten – und Menschen wertvolle Zeit schenken“, so Chefarzt Professor Darwiche.
Info-Box
Das Angebot des Lungenkrebsscreenings richtet sich an Raucherinnen und Raucher oder ehemalige Raucherinnen und Raucher, die ein besonders erhöhtes Risiko für die Entstehung eines Lungenkrebses aufweisen. Für diese Gruppe kann ein Niedrigdosis-CT die Chance auf eine frühzeitige Erkennung und damit auch eine erfolgreiche Therapie erheblich verbessern.
Der Gesetzgeber hat dafür genaue Teilnahmekriterien definiert, die von qualifizierten Hausärzten, Pneumologen oder Arbeitsmedizinern überprüft werden müssen.
Voraussetzungen sind:
- Alter: 50-75 Jahre
- Aktive/r Raucher/in oder Rauchstopp vor weniger, als 10 Jahren
- Mindestens 25 Jahre und mindestens 15 Packungsjahre geraucht
- Keine bekannte Lungenkrebserkrankung
- Letzte CT-Untersuchung mehr als 12 Monate zurückliegend
- Keine schwere Vorerkrankung, die eine heilende Therapie ausschließt
Berechnung Packungsjahre:
- Wie viele Jahre habe ich insgesamt geraucht?
- Wie viele Packungen habe ich pro Tag im Durchschnitt geraucht?
- Jahre x Packungen/Tag = Packungsjahre (Beispiel: 44 Jahre geraucht x 0,5 Packungen pro Tag = 22 Packungsjahre)
