Die Fortbildungsveranstaltung stand auch in diesem Jahr ganz im Zeichen der sogenannten Non-Intubated Video-Assisted Thoracoscopic Surgery (NI-VATS) – einer besonders schonenden Form der minimalinvasiven Lungenchirurgie in Spontanatmung ohne Beatmungstubus.
Theorie trifft Praxis: Live-Operationen in zwei OP-Sälen
Nach einer fundierten theoretischen Einführung folgte der praxisorientierte Höhepunkt des Kurses: Vier anatomische Resektionen in Spontanatmung wurden live demonstriert. Die Eingriffe fanden parallel in zwei OP-Sälen statt und wurden von den Teilnehmenden von der Einleitung der Anästhesie bis zur Ausleitung begleitet. Dadurch erhielten sie einen umfassenden Einblick in sämtliche perioperative Abläufe, Entscheidungsprozesse und interdisziplinäre Abstimmungen.
„Dieser Fortgeschrittenenkurs war etwas ganz besonders – wir haben im Rahmen des Kurses vier anatomische Resektionen und in der gesamten Woche acht Resektionen in Spontanatmung vorgenommen. Das zeigt, dass die Methode bei uns bestens etabliert ist und von allen Mitarbeitenden sicher beherrscht wird“, betonte Privatdozent Dr. Stefan Welter, Chefarzt der Thoraxchirurgie.
Schonend für Patientinnen und Patienten – anspruchsvoll für das Team
Die minimalinvasive Lungenoperation in Spontanatmung ohne Intubation vermeidet das Beatmungstrauma und stellt für Patientinnen und Patienten eine besonders schonende Vorgehensweise dar. Für das Behandlungsteam bedeutet dieses Verfahren jedoch eine interdisziplinäre Herausforderung auf höchstem Niveau: Die Anästhesie muss die Sedierungstiefe engmaschig und präzise modulieren, während Operateur und Assistenz sich kontinuierlich auf die atemsynchronen Bewegungen von Mittelfell und Zwerchfell einstellen müssen.
„Die NI-VATS verlangt absolute Wachsamkeit und ein perfektes Zusammenspiel von Chirurgie und Anästhesie. Diese enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg“, hebt Henning Starke hervor, Chefarzt der Anästhesiologie und operativen Intensivmedizin.
Offener Austausch und transparente Einblicke
Neben den Live-Operationen wurden die Einführung eines NI-VATS-Programms, organisatorische Voraussetzungen sowie die internationale Studienlage vorgestellt und diskutiert. Dabei wurden nicht nur die Vorteile des Verfahrens, sondern auch Grenzen, Unsicherheiten in der Indikationsstellung und eigene Lernprozesse offen thematisiert.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren durchweg positiv. Besonders hervorgehoben wurde die Möglichkeit, das Vorgehen direkt und vollständig miterleben zu können. Viele äußerten den Wunsch, den Kurs zu wiederholen, um weitere Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte für die NI-VATS-Technik zu schulen.
Dank an Patienten und Team
Ein besonderer Dank gilt den Patientinnen und Patienten, die der Live-Demonstration vorbehaltlos zugestimmt und damit aktiv zur Weiterbildung von Fachkolleginnen und -kollegen beigetragen haben. Chefarzt PD Dr. Welter und Chefarzt Henning Starke zeigten sich stolz auf ihr gesamtes Team: „Wir sind sehr stolz auf die Leistung unseres Teams und danken allen Beteiligten herzlich für die professionelle und eindrucksvolle Demonstration unserer Expertise.“
Mit dem erfolgreichen „Advanced Course NI-VATS bei anatomischen Resektionen“ unterstreicht die DGD Lungenklinik Hemer erneut ihre Rolle als innovatives Zentrum für moderne, minimalinvasive Thoraxchirurgie und interdisziplinäre Fortbildung auf höchstem Niveau.
