Als Thoraxchirurgie wird die operative Behandlung angeborener und erworbener Erkrankungen der Lunge, des Rippenfelles, des Zwerchfells, der Brustwand und des Mittelfellraumes bezeichnet. Unser Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Tumorerkrankungen. 

Die DGD Lungenklinik Hemer ist als eine der renommiertesten und größten Thoraxkliniken Deutschlands bekannt. Als eine der ersten sieben Kliniken in Deutschland haben wir 2009 die Zertifizierung als Lungenkrebszentrum der Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) erfolgreich absolviert. Im Juli 2018 wurde die Abteilung Thoraxchirurgie zudem nach den Anforderungen der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT) erfolgreich als Kompetenzzentrum für Thoraxchirurgie und 2021 als Exzellenzzentrum für Thoraxchirurgie ausgezeichnet.

Die Versorgung von Thoraxpatienten in unserer Klinik wird auf hohem Qualitätsniveau sichergestellt. In unserer Abteilung für Thoraxchirurgie wird das gesamte Operationsspektrum einer Thoraxklinik der Maximalversorgung, mit Ausnahme der Lungentransplantation, angeboten. Ein überwiegender Anteil der Operationen wird hierbei minimal-invasiv (Schlüsselloch-Eingriff) vorgenommen. Weiterhin setzen wir auf modernste Therapieverfahren (z.B. Laserchirurgie, 3D-videoassistierte Lungenresektionen, minimalinvasive Thymusresektionen, minimalinvasive Zwerchfellraffung, u.a.). Der minimal-invasive Eingriff ist gewebeschonend, weniger schmerzhaft und erlaubt die schnellere Erholung, Mobilisation und Verkürzung des Krankenhausaufenthaltes. Besonders schonend sind operative Eingriffe an Lunge und Brustfell in Spontanatmung, also ohne Beatmungstubus und ohne Vollnarkose (NI-VATS). Wir halten eine besondere Expertise vor, die nur wenige Kliniken in Deutschland anbieten können. Dies wird durch die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit mit der Anästhesie erst möglich.

Zur individuellen und optimalen Patientenversorgung gehören auch interdisziplinäre Operationen gemeinsam mit angrenzenden Fachabteilungen (z.B. Herzchirurgie, Neurochirurgie, Viszeralchirurgie und Kinderchirurgie), um bestmögliche Operationsergebnisse auch in schwierigen Situationen zu erreichen. Diesbezüglich bestehen Kooperationen mit dem Johanniter-Krankenhaus Hamm, der Ruhruniversität Bochum, dem Allgemeinen Krankenhaus in Hagen, dem Marienhospital Witten und dem Johannes Hospital in Dortmund.

In täglich stattfindenden onkologischen Konferenzen zusammen mit allen Behandlungspartnern unseres Hauses und den beteiligten Kooperationspartnern werden bestmögliche, individuelle Behandlungskonzepte festgelegt und zeitnah umgesetzt. Eingang finden hierbei neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und aktuelle Behandlungsstudien. Durch ein geschicktes Kombinieren von mehreren Behandlungsmöglichkeiten wie Operation, Chemotherapie, Immuntherapie und Bestrahlung während sogenannter multimodaler Behandlungs--/Therapiekonzepte können deutliche Verbesserungen der Überlebenszeiten und der Prognose erreicht werden. Dies erfordert den engen, vertrauensvollen Kontakt aller Abteilungen, der in der Lungenklinik Hemer intensiv gepflegt wird. Auch am wissenschaftlichen Diskurs sind wir mit Kongressbeiträgen, Publikationen, Mitarbeit in Leitlinienkommissionen und der Durchführung von Studien aktiv beteiligt.

Neben den oben genannten Schwerpunkten bieten wir:

  • Diagnostische und therapeutische Eingriffe bei Erkrankungen des Mittelfellraumes per Videothorakoskopie oder Videomediastinoskopie an, z.B. bei unklaren Lymphknotenvergrößerungen, Mediastinaltumoren, Thymuserkrankungen
  • Operationen des Brustkorbes/der Brustwand: z.B. bei Trichterbrust oder Kielbrust (NUSS oder Erlanger Technik), Brustwandtumoren, Rippenveränderungen
  • Operative Behandlung bei Hyperhidrose: Thorakale Sympathektomie als minimalinvasive Eingriffe

Wir legen großen Wert auf die gute Ausbildung des medizinischen und chirurgischen Nachwuchses und können mit Stolz behaupten, dass regelmäßig hier ausgebildete Fachärzte mit großer Expertise in leitende Positionen in andere Kliniken wechseln. Zu einer guten Ausbildung gehört aber auch die kritische Auseinandersetzung mit der etablierten Medizin und Gewinnung neuer Erkenntnisse durch wissenschaftliche Arbeiten. Dafür bitten wir unsere Patientinnen und Patienten um wohlwollende Unterstützung, falls sie um Teilnahme an Studienprojekten gebeten werden.

Chefarzt
PD Dr. med. Stefan Welter

Sekretariat
Tanja Porst
Telefon: +49 2372 908-2241
E-Mail: tanja.porst@lkhemer.de

Die Abteilung Thoraxchirurgie ist ein High-Volume Zentrum für alle Erkrankungen von Brustkorb, Lunge, Zwerchfell und Luftröhre mit Ausnahme der Lungentransplantation. Unsere besondere Expertise liegt in der Tumorchirurgie und der minimalinvasiven Thoraxchirurgie – zertifiziert als Exzellenzzentrum der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie DGT und als Teil des Lungenkrebszentrums durch die deutsche Krebsgesellschaft DKG.

Um den Lungenkrebs zu entfernen, verbinden wir eine onkologisch radikale Operation mit möglichst schonendem Vorgehen: Minimalinvasive Lungenresektion (VATS-Lobektomie, VATS Segmentresektion), minimalinvasive Manschettenresektion, Hybrideingriffe an Lunge und Brustwand, konventionelle Resektion (offen), wenn erforderlich. Wenn möglich werden die Eingriffe auch in Spontanatmung vorgenommen.  

Die operative Entfernung von Lungenmetastasen wird als diagnostischer Eingriff oder als Komplettentfernung aller Lungenmetastasen angeboten. Wenn möglich erfolgt dies minimalinvasiv. Im Falle mehrerer Metastasen erfolgt der Eingriff vorzugsweise offen mit Laserresektion. Die Metastasenbehandlung ist auch ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der Abteilung.

Als Mitglied im deutschen Emphysemregister e.V. erfolgt die Diagnostik und Therapie des Lungenemphysems interdisziplinär nach modernen Standards. Die operative Lungenvolumenreduktion wird in der Regel minimalinvasiv, wenn erforderlich auch mit Hilfe extrakorporaler Lungenunterstützungsverfahren (ECMO), vorgenommen.

Minimalinvasive Eingriffe zur Diagnosesicherung (Gewebeentnahme), zur palliativen Pleurodese (Ergussbehandlung durch Verklebung der Pleurablätter) oder auch zur Ergussableitung über Dauerdrainage. Zur Behandlung: offene radikale „zytoreduktive“ Pleurektomie und Decortikation, ggf. auch 3-PD-Resektion. Es wird das komplette Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten angeboten, auch mit ergänzender hyperthermer intrathorakaler Chemotherapie (HITOC), wenn möglich.

Wir bieten die minimalinvasive Zwerchfellraffung als aktuell beste Option zur Behandlung von Luftnot bei Zwerchfelllähmung an. In Zusammenarbeit mit der Pneumologie wird eine gründliche Diagnostik abgeschlossen, bevor ein operativer Eingriff angeboten wird.

Von der passageren oder permanenten Anlage eines Tracheostomas über die Teilresektion bei Stenosen und Tumoren der Trachea und des subglottischen Kehlkopfes bis zu Akutversorgung von Verletzungen der Luftröhre bieten wir das komplette Behandlungsspektrum an.

Mit einer der höchsten Fallzahlen in Deutschland und der engen Zusammenarbeit von Endoskopie, Anästhesie und Thoraxchirurgie können auch komplexe Probleme behandelt werden, inklusive der Tracheomalazie. 

Die Behandlung einer Trichterbrust setzt die gute bildgebende und funktionelle Diagnostik von Herz, Lunge und Brustkorb voraus. Etabliertes operatives Verfahren ist die minimalinvasive Trichterbrustkorrektur nach NUSS (MIRPE).

Was ist eine Trichterbrust?
Die Trichterbrust (Pectus excavatum) ist eine angeborene Fehlbildung des Brustkorbes. Dabei ist das Brustbein nach innen eingesunken, wodurch eine trichterförmige Vertiefung der vorderen Brustwand entsteht.
Je nach Ausprägung kann dies neben der sichtbaren Veränderung auch Beschwerden verursachen:

  • Verminderte körperliche Belastbarkeit
  • Atemnot bei Anstrengung
  • Beeinträchtigung von Herz- und Lungenfunktion
  • Brustschmerzen
  • Psychische Belastung durch das äußere Erscheinungsbild

Wann ist eine Operation sinnvoll?
Eine operative Korrektur wird empfohlen bei:

  • Deutlich ausgeprägter Trichterbrust
  • Funktionellen Einschränkungen von Herz oder Lunge
  • Atemnot oder Schmerzen bei Belastung
  • Zunehmendem Einsinken des Brustbeines im Verlauf
  • Erheblichem kosmetischem oder psychischem Leidensdruck

Das optimale Operationsalter wird individuell festgelegt und hängt unter anderem vom Ausmaß der Trichterbrust, den Beschwerden sowie den körperlichen Voraussetzungen ab. Idealerweise ist die Operation nach Abschluss des intensiven Wachstums, d. h. zwischen dem 16. und 21. Lebensjahr durchzuführen
Die Entscheidung zur Operation erfolgt individuell nach ärztlicher Untersuchung und Diagnostik.

Vor der Operation
Vor der geplanten Operation erfolgen eine ausführliche ärztliche Beratung und notwendige Voruntersuchungen.
Dazu gehören:

  • Körperliche Untersuchung
  • Bildgebende Diagnostik (Röntgen, CT oder MRT des Brustkorbes)
  • Lungenfunktionsprüfung
  • Kardiologische Untersuchungen (Herz-Ultraschall)

Vor dem Eingriff werden Sie detailliert über den Operationsablauf, mögliche Risiken sowie das Verhalten vor und nach der Operation aufgeklärt. Offene Fragen können dabei jederzeit besprochen werden.

Operative Technik
In der DGD Lungenklinik Hemer erfolgt die Korrektur der Trichterbrust in der Regel mittels der weltweit angewandten minimal-invasiven Nuss-Methode.

Operationsablauf:

  • Operation in Vollnarkose unter Videokontrolle
  • Kleine seitliche Hautschnitte
  • Einbringen individuell geformter Metallbügel hinter das Brustbein
  • Anheben und Stabilisierung des Brustbeins durch Drehung der Bügel
  • Operationsdauer ca. 45 Minuten

Vorteile:

  • Minimal-invasives Verfahren ohne Knochen- oder Knorpeldurchtrennung
  • Keine große Narbe am Brustkorb
  • Sehr gute funktionelle und kosmetische Ergebnisse
  • Schnelle Genesung

Der Krankenhausaufenthalt beträgt ca. 1 Woche.

Nach der Operation
Nach dem Eingriff erfolgt ein stationärer Aufenthalt. Wichtige Punkte der Nachbehandlung:

  • Angepasste Schmerztherapie
  • Frühzeitige Mobilisation
  • Atemtherapie und Physiotherapie
  • Schonung und Vermeidung schwerer Belastungen in den ersten Wochen
  • Regelmäßige ambulante Nachkontrollen

Sportliche Aktivitäten sind nach ärztlicher Freigabe schrittweise, in der Regel nach 6-8 Wochen nach der Operation, wieder möglich.

Entfernung der Metallbügel
Die Metallbügel verbleiben zur Stabilisierung der Brustkorbform im Körper.

  • Entfernung in der Regel nach 3-4 Jahren
  • Kurzer operativer Eingriff in Vollnarkose
  • Kurzer stationärer Aufenthalt (2-3 Tage)

Sprechstunden & Ambulanzen

Sprechzeiten Thoraxchirurgie
KV Ambulanz & Nachstationäre Privatpatienten 
Mesotheliomsprechstunde
Dienstags ab 8.30-12 Uhr 

Ambulanz nachstationär (KV-Patienten)
Donnerstags & Freitags ab 8.30 Uhr (Station 6, Ebene 3)

Emphysemsprechstunde nach vorheriger Vereinbarung
Mittwochs ab 8.30 Uhr

Zwerchfellsprechstunde nach vorheriger Vereinbarung
Freitags ab 8.30 Uhr
 

Sekretariat Thoraxchirurgie
Tanja Porst
Telefon: +49 2372 908-2241
Fax: +49 2372 908-9241
E-Mail: tanja.porst@lkhemer.de

Wir sind für Sie da

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Chefarzt PD Dr. med. Stefan Welter
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Tanja Porst
Sekretariat Tanja Porst

Infos für Ärzte

Zweitmeinungsanfragen, Konsile, Terminanfragen können Sie gerne auch per E-Mail an chirurgie@lkhemer.de oder tanja.porst@lkhemer schicken. 

Ihr Anliegen wird zeitnah bearbeitet und Sie erhalten eine Rückmeldung. 

Unter Mitteilung der Kontaktdaten kümmern wir uns dann gerne umgehend um das Einbestellen des Patienten.

Die Abteilung Thoraxchirurgie beteiligt sich an der prospektiven Versorgungsforschung zu verschiedenen Themen: Lungenemphysem, Zwerchfellchirurgie, Metastasenchirurgie, Pleuratumorregister und nimmt an der europäischen thoraxchirurgischen Qualitätserfassung (ESTS-Database) teil.

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Ausgezeichnete Qualität

Zertifiziertes Lungenkrebszentrum DKG
Zertifiziertes Lungenemphysemzentrum