Umwelttag an der DGD Lungenklinik Hemer macht Nachhaltigkeit im Klinikalltag sichtbar

Das Umweltteam der DGD Lungenklinik Hemer organisierte und gestaltete den ersten Umwelttag maßgeblich und setzte wichtige Impulse für mehr Nachhaltigkeit im Klinikalltag, v.l. Regina Bilstein (Hygienefachkraft), Michael Menden (Küchenleitung), Florian Hofsäß (Leitung Endoskopie-Assistenz), Toralf Kerndt (Standortleitung Pflege), Gudrun Strohdeicher (Pflegedirektorin), Torsten Schulte (Geschäftsführer), PD Dr. med. Stefan Welter (Chefarzt Thoraxchirurgie), Thorsten Lisdau (Technische Leitung), Diana Kröll (Einkauf/Zentrallager), Christian Noack (Pflegefachkraft Station 6) (Foto: Anja Haak, DGD Lungenklinik Hemer)

Mit Informationsständen, Mitmachaktionen und vielen praktischen Beispielen veranstaltete die DGD Lungenklinik Hemer am 23. April ihren ersten Umwelttag.

Initiiert, konzipiert und organisiert wurde die Veranstaltung vom Umweltteam der Lungenklinik, das den Tag als treibende Kraft auch inhaltlich maßgeblich gestaltete. Damit leistete das Team einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung und nachhaltigen Verankerung der Umweltschutzthemen in der Klinik. In der Zeit von 11 bis 15 Uhr hatten die Mitarbeitenden die Gelegenheit, sich im Großen Saal über nachhaltiges Verhalten im Krankenhausalltag zu informieren.
Der Aktionstag war eingebettet in die Maßnahmen zur ÖKOPROFIT-Zertifizierung des Märkischen Kreises, die die Klinik im Juli 2026 abschließen möchte. „ÖKOPROFIT Märkischer Kreis“ ist ein vom Land NRW gefördertes Kooperationsprojekt, das Unternehmen dabei unterstützt, durch Ressourceneffizienz Betriebskosten zu senken und gleichzeitig den Umweltschutz zu verbessern.
„ÖKOPROFIT gab uns Anlass, unsere Anstrengungen zum Umweltschutz und zur Ressourceneinsparung noch stärker in den Blick zu nehmen und systematisch in den Alltag zu integrieren. Besonders wertvoll war der Austausch mit den Netzwerkpartnern. Wir haben neue Perspektiven und Impulse erhalten und gesehen, dass sich vieles mit einfachen Mitteln umsetzen lässt. Umweltaspekte werden zunehmend in unsere Entscheidungen einbezogen“, erklärt Geschäftsführer Torsten Schulte.

Krankenhausbetrieb verbraucht doppelt so viel Energie wie ein Bürogebäude
Krankenhäuser zählen zu den besonders energieintensiven Einrichtungen: Im laufenden Betrieb liegt der Energieverbrauch bei gleicher Fläche etwa doppelt so hoch wie in einem Bürogebäude. Entsprechend groß ist das Einsparpotenzial.
Ein besonders wirkungsvolles Beispiel ist die Lüftung in den Operationssälen. Diese lief bis vor ein paar Jahren rund um die Uhr – inzwischen wird sie zeitweise abgeschaltet. Mit dieser Maßnahme allein konnten im vergangenen Jahr rund 70.000 Euro Energiekosten eingespart werden.
„Die stundenweise Abschaltung der OP-Lüftung ist eines unserer herausragenden Projekte gewesen. Dieses Beispiel zeigt, dass schon einzelne technische Maßnahmen erhebliche Einsparungen bewirken können“, betont PD Dr. Stefan Welter, Chefarzt der Thoraxchirurgie und Mitglied des Umweltteams.
Auch einfache Maßnahmen im Alltag tragen dazu bei: Ein Grad weniger Raumtemperatur spart rund sechs Prozent Energie. Deshalb informiert das Umweltteam regelmäßig über richtiges Heizen und Lüften und ruft insbesondere im Herbst zum Stoßlüften auf. Ebenso werden Mitarbeitende dafür sensibilisiert, Computer und Bildschirme nach der Nutzung auszuschalten.

Abfalltrennung spart Ressourcen und Kosten
Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der konsequenten Abfalltrennung. So wurden verbesserte Systeme mit gelber Tonne sowie getrennter Papier- und Kartonageentsorgung eingeführt. Allein im vergangenen Jahr konnten rund 15 Tonnen der Papier- und Kartonagewertstoffe verkauft werden. Gleichzeitig wurde das Restmüllaufkommen deutlich reduziert: von 160 Tonnen noch im Jahr 2019 auf 112 Tonnen im letzten Jahr.
„Die Zahlen zeigen deutlich: Mülltrennung lohnt sich – ökologisch und wirtschaftlich. Schon kleine Veränderungen im Alltag summieren sich zu großen Effekten“, betont der Technische Leiter Thorsten Lisdau.
Auch beim Verbrauchsmaterial setzt die Klinik auf Sensibilisierung. Die Klinik verbraucht jährlich rund 1,3 Millionen Blatt Kopierpapier. Im Jahr 2025 wurden rund 1,5 Millionen Einmalhandschuhe entsorgt. Würde man alle Kartons der verbrauchten Schutzhandschuhe übereinander stapeln, käme man auf eine Höhe von 51 Metern. „Schutzhandschuhe sind im Klinikbetrieb wichtig, aber nicht jeder Griff erfordert automatisch ein neues Paar. Wenn wir hier bewusst handeln, können wir enorme Mengen Abfall vermeiden, denn oft ist eine hygienische Händedesinfektion ausreichend“, weiß Hygienefachkraft Regina Bilstein, die sich auch im Umweltteam engagiert.

Nachhaltige Ernährung als Mitmach-Thema
Auch das Küchenteam beteiligte sich mit einem eigenen Stand am Umwelttag und stellte das Thema nachhaltige Ernährung in den Mittelpunkt. Am Aktionstag wurden in der Klinik ausschließlich Bio-Speisen und fleischlose Gerichte angeboten – auch für Patientinnen und Patienten. Zum Probieren und Nachkochen gab es eine Salat-Bowl sowie einen „Sonnenschein-Smoothie“.
„Nachhaltige Ernährung bedeutet nicht Verzicht, sondern bewusste Auswahl. Mit kreativen Gerichten können wir zeigen, dass klimafreundliches Essen lecker und alltagstauglich ist“, sagt Küchenleiter Michael Menden, ebenfalls Mitglied im Umweltteam.
Dabei wurde auch auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam gemacht: Täglich werden in der Klinik etwa 15 Liter nicht getrunkener Kaffee weggeschüttet, hinzu kommen Speisenabfälle im Wert von rund 14.000 Euro pro Jahr. 

Mobilität im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt des Umwelttages war die nachhaltige Mobilität. Unter dem Motto „Komm zu Fuß oder mit dem Rad“ wurden die Mitarbeitenden dazu aufgerufen, den Arbeitsweg möglichst umweltfreundlich zu gestalten. Wer das Fahrrad nutzt oder zu Fuß kommt, leistet nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern profitiert auch selbst: aktive Mobilität spart Kosten, reduziert Emissionen und fördert die Gesundheit.
Am Mobilitätsstand konnten sich Mitarbeitende zudem ihren persönlichen CO₂-Fußabdruck berechnen lassen. So wurde anschaulich deutlich, wie bereits kleine Veränderungen im Alltag Wirkung für Umwelt und Gesundheit entfalten können.

Mitarbeitende aktiv einbinden
Der Umwelttag bot neben Informationsständen auch Raum zum Mitmachen: An einem Ideenstand konnten Mitarbeitende Vorschläge für weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen einbringen. Ergänzt wurde das Programm durch ein Gewinnspiel mit Verlosung zum Abschluss des Aktionstages. Der Hauptpreis – ein großer Schlemmerkorb – ging an eine Mitarbeiterin der Strahlentherapie.

Nachhaltigkeit systematisch im Blick
Das interdisziplinäre Umweltteam der Lungenklinik Hemer besteht seit 2019. Seitdem konnten zahlreiche Projekte umgesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem historischen Haupthaus mit einer Leistung von rund 75 kWp,
  • die Umrüstung auf LED-Beleuchtung,
  • ein JobRad als Angebot für Mitarbeitende,
  • die Erweiterung von sicheren Fahrradabstellmöglichkeiten,
  • die Ausweitung des Angebotes an vegetarischen Gerichten,
  • Narkosegas-Recycling
  • sowie der verstärkte Einsatz von Bewegungsmeldern.

Umwelttag als Highlight
Für die Klinik war der erste Umwelttag ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu noch mehr Nachhaltigkeit. „Der Umwelttag war ein Highlight, das das Thema Nachhaltigkeit in seinen unterschiedlichen Facetten in unsere Klinik sichtbar gemacht hat. Umwelt- und Ressourcenschutz kann nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn möglichst viele im Unternehmen mitwirken und sich mit den Zielen identifizieren“, freut sich das Umweltteam über die rege Teilnahme der Mitarbeitenden beim Aktionstag.
Mit dem Umwelttag wurde deutlich: Nachhaltigkeit ist in der DGD Lungenklinik Hemer längst mehr als ein Einzelprojekt. Sie wird Schritt für Schritt in die täglichen Abläufe integriert – mit konkreten Maßnahmen, messbaren Erfolgen und dem Ziel, Mitarbeitende dauerhaft für umweltbewusstes Handeln zu gewinnen, um Ressourcen zu schonen und Kosten einsparen zu können.