Eine solche Geschichte verbindet die Oberärztin Dr. Christina Kemmer, die DGD Lungenklinik Hemer und den Künstler Lukeba Kimosi – und findet ihren Ausdruck in einem Gemälde mit dem Titel „Einheit“.
Fast vier Jahrzehnte mit der Lungenklinik verbunden
Seit 1987 ist Dr. Christina Kemmer als Ärztin in der Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin eng mit der Lungenklinik verbunden. In dieser langen Zeit hat sie nicht nur ihre berufliche Heimat gefunden, sondern auch ihren späteren Ehemann kennengelernt. Dr. Hans-Peter Kemmer war mit Unterbrechungen seit 1988 ebenso als Arzt in der Lungenklinik tätig und verabschiedete sich im Jahr 2021 in seiner langjährigen Rolle als Ärztlicher Direktor aus dem aktiven Dienst.
Von 1992 bis 2000 wurde ihre Tätigkeit in der Lungenklinik aus familiären Gründen und durch Stationen an anderen Kliniken unterbrochen. Im Jahr 2000 kehrten sie gemeinsam mit ihren inzwischen zwei Kindern nach Hemer zurück. Seitdem arbeitet die Anästhesistin wieder kontinuierlich in der Lungenklinik.
Ein Abschied, der anders kam als geplant
Ursprünglich hatte Dr. Christina Kemmer den Eintritt in den Ruhestand für Ende 2025 geplant. Im Hinblick auf diesen Abschied entstand bei der Ärztin der Wunsch, „ihrer“ Lungenklinik etwas zurückzugeben – als Dankeschön für die vielen positiven Erfahrungen und die lange gemeinsame Zeit.
Doch bevor es zum Abschied kam, führte eine Begegnung in eine ganz andere Richtung.
Eine Begegnung mit der Kunst
Im Jahr 2025 lernte die Medizinerin im Rahmen ihrer Patientenversorgung den Künstler Lukeba Kimosi kennen. Seine Bilder beeindruckten sie nachhaltig. Aus dieser Begegnung entstand die Idee, der Klinik eines seiner Werke zu stiften.
Lukeba Kimosi wurde 1985 in Luanda, Angola, geboren und begann sein Kunststudium in der Demokratischen Republik Kongo. 2003 erwarb er seinen Bachelor-Abschluss am Institut für Bildende Kunst in Kinshasa, 2006 folgte der Hochschulabschluss an der Akademie der Bildenden Künste von Kinshasa.
Seine Werke wurden bereits mehrfach ausgestellt. Unter anderem war Lukeba Kimosi an einer UNESCO-Kampagne zur Sensibilisierung von Mädchen für den Schulbesuch mit dem Slogan „Alle Mädchen in der Schule“ beteiligt. Gemeinsam mit der MONUC, der Mission der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo, engagierte er sich zudem mit seiner Kunst in einer Kampagne gegen die Prostitution von Minderjährigen.
Nach seiner Rückkehr nach Luanda im Jahr 2009 nahm Kimosi mit seinen Bildern an weiteren großen Ausstellungen der bildenden Kunst teil, unter anderem in Celamar, einer Kunstgalerie und einem Treffpunkt für Künstler auf der Insel Luanda.
Seit 2018 lebt und arbeitet Lukeba Kimosi mit seiner Familie in Deutschland. Nach einer dreijährigen Berufsausbildung im Baugewerbe ist die Kunst weiterhin ein wichtiger Teil seines Lebens.
„Einheit“ – farbenfrohe Kunst als Zeichen der Verbundenheit
In Absprache mit dem Künstler entstand das Gemälde, für das die Ärztin Dr. Kemmer und Lukeba Kimosi gemeinsam den Titel „Einheit“ fanden. Das farbenfrohe Werk entstand in Acryl auf Leinwand. Kimosi arbeitete dabei sowohl mit Malspachtel als auch mit dem Pinsel und schuf so eine lebendige, ausdrucksstarke Bildsprache.
„Die Lungenklinik ist für mich über viele Jahrzehnte zu einem ganz besonderen Ort geworden. Ich habe hier meinen Beruf mit großer Freude ausgeübt, viele Menschen kennengelernt und gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen viel erlebt. Mit dem Bild ‚Einheit‘ möchte ich einfach etwas von dieser Verbundenheit zurückgeben“, so Dr. Christina Kemmer.
Der Name „Einheit“ passt auf besondere Weise zu dem Geschenk. Denn Einheit steht für Zusammenhalt, Verbundenheit und das Miteinander – Werte, die die Ärztin und ihren Ehemann Dr. Hans-Peter Kemmer mit ihrer langjährigen Tätigkeit in der Lungenklinik verbinden. Über Jahrzehnte haben sie die Entwicklung der Klinik miterlebt, mitgestaltet und zahlreiche Menschen begleitet. Aus der ursprünglichen Idee wurde schließlich ein gemeinsames Geschenk der Eheleute Dres. Kemmer.
Der Ruhestand kann noch warten
Und auch der geplante Ruhestand kam anders als gedacht: Aus dem Abschied Ende 2025 wurde zunächst nichts. Die Freude an ihrem ärztlichen Beruf und insbesondere das kollegiale Umfeld bestärkten die Ärztin darin, ihre Tätigkeit noch ein wenig weiterzuführen.
Ein Geschenk, das bleibt
Das Gemälde, das nun den Flurbereich im Erdgeschoss vor der Station 1 farbenfroh gestaltet, übergeben die Eheleute Dres. Kemmer an die „Gesellschaft zur Förderung der Lungenklinik Hemer e. V.“. Der Förderverein stellt das Kunstwerk der DGD Lungenklinik Hemer als Leihgabe zur Verfügung. So bleibt das Bild dauerhaft mit der Klinik und den Menschen verbunden, die dort arbeiten, behandelt werden oder ihre Angehörigen begleiten.
Der 1996 gegründete Förderverein unterstützt die DGD Lungenklinik Hemer ideell und materiell. Sein Engagement gilt insbesondere der Förderung von Innovation, medizinischer Forschung und wissenschaftlichen Studien, der Weiterbildung der Mitarbeitenden sowie der Verbesserung der Patientenversorgung. Darüber hinaus ermöglicht der Verein auch bauliche Maßnahmen und kulturelle Angebote für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Mitarbeitende.
„Das Gemälde ‚Einheit‘ ist für uns weit mehr als ein schönes Kunstwerk. Es erzählt die Geschichte einer wertvollen Begegnung zwischen Medizin, Kunst und Menschlichkeit und setzt zugleich ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft und Verbundenheit – Werte, die für die Arbeit der Lungenklinik von großer Bedeutung sind. Dass dieses Bild nun über den Förderverein dauerhaft Teil der Lungenklinik bleibt, freut uns sehr“, sagt Torsten Schulte, Geschäftsführer der DGD Lungenklinik Hemer und Vorstandsmitglied des Fördervereins an der Lungenklinik. „Wir bedanken uns bei den Eheleuten Dres. Kemmer für dieses persönliche Dankeschön und die damit verbundene Wertschätzung unserer Klinik.“

