DGD Lungenklinik Hemer gratuliert zur Auszeichnung: Sonderpreis Intensiv- und Beatmungsmedizin für PD Dr. Michael Westhoff

Die Lungenklinik freut sich mit PD Dr. med. Michael Westhoff (Ärztlicher Direktor) über den „Wissenschafts-Sonderpreis Intensiv- und Beatmungsmedizin“, den er im Rahmen des WdGP-Kongresses in Münster für seine Studie zum prolongierten Weaning erhielt. (Foto: Anja Haak, DGD Lungenklinik Hemer)

Freude und Stolz an der Lungenklinik Hemer: Der Ärztliche Direktor Privatdozent Dr. Michael Westhoff und langjähriger Leiter des Weaningzentrums ist im Rahmen des Kongresses der Westdeutschen Gesellschaft für Pneumologie (WdGP) in Münster mit dem „Wissenschafts-Sonderpreis Intensiv- und Beatmungsmedizin“ ausgezeichnet worden.

Gewürdigt wurde seine wissenschaftliche Arbeit mit dem Titel „Clinical Outcomes and Long-Term Survival in Patients Undergoing Prolonged Weaning“, die in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Greifswald entstanden ist. Beide Kliniken sind Teil des WeanNet, dem Zusammenschluss von pneumologischen Weaningzentren. Diese unterziehen sich alle drei Jahre einem von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) durchgeführten Zertifizierungsprozess.

Die prämierte Untersuchung analysiert die Behandlungsergebnisse und das Langzeitüberleben von Patientinnen und Patienten, die ein prolongiertes (langwieriges) Weaning – also eine verlängerte Entwöhnung von der invasiven Beatmung – durchlaufen haben. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die Intensiv- und Beatmungsmedizin in Deutschland.

Zentrale Ergebnisse der Studie
Ein wesentliches Resultat betrifft die Versorgungsqualität im deutschen Weaning-Netzwerk: Im WeanNet – dem Zusammenschluss der von der Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zertifizierten Weaningzentren – liegt die Mortalitätsrate auf den spezialisierten Weaningeinheiten mit 14,5 Prozent im internationalen Vergleich auf einem niedrigen Niveau.

Besonders erfreulich: An den Standorten Hemer und Greifswald liegt die Mortalität sogar im einstelligen Prozentbereich. 
Die Studie zeigt zudem deutliche Unterschiede in der Langzeitprognose abhängig vom Entlassungsstatus:

  • Bei invasiv beatmet entlassenen Patientinnen und Patienten liegt die 3-Jahres-Überlebensrate bei lediglich rund 25 Prozent.
  • Auch Patientinnen und Patienten mit Trachealkanüle (i.e. Kanüle in der Luftröhre) ohne Beatmung weisen mit etwa 30 Prozent eine vergleichbar ungünstige Prognose nach drei Jahren auf.
  • Deutlich besser ist die Prognose für Patienten, die vollständig ohne Beatmung entlassen werden können.
  • Patientinnen und Patienten, die mit nicht-invasiver Beatmung entlassen werden, erreichen eine ebenso gute Langzeitprognose wie vollständig von der Beatmung entwöhnte Patienten.

Darüber hinaus identifiziert die Arbeit klinische Prognosefaktoren, die sowohl die Sterblichkeit während des Weanings als auch das Überleben nach der Entlassung beeinflussen. Diese Erkenntnisse ermöglichen eine noch gezieltere Risikoabschätzung und individualisierte Therapieplanung.

„Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig spezialisierte Weaningzentren und strukturierte Behandlungsprozesse sind. Unser Ziel muss es sein, möglichst vielen Patientinnen und Patienten eine Entlassung ohne invasive Beatmung und ohne Trachealkanüle zu ermöglichen – idealerweise sogar komplett ohne Beatmungsunterstützung. Gleichzeitig helfen uns die identifizierten Prognosefaktoren, Risiken frühzeitig zu erkennen und Therapien individuell anzupassen. Dass diese Arbeit nun ausgezeichnet wurde, ist eine große Anerkennung für das gesamte interdisziplinäre Team“, freut sich PD Dr. Westhoff.

Bedeutung für die Versorgung
Mit der ausgezeichneten Arbeit leistet PD Dr. Westhoff gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Beatmungsmedizin und dem prolongierten Weaning in Deutschland. Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Versorgungsqualität der im WeanNet organisierten spezialisierten Zentren, wie dem Weaningzentrum an der Lungenklinik Hemer. Es wird deutlich, wie entscheidend zum einen die Versorgung von Patienten mit prolongiertem Weaning in spezialisierten Zentren, zum anderen der Erfolg eines erfolgreichen Weanings von der invasiven Beatmung und einem Luftröhrenschnitt für die langfristige Prognose ist.
Die Lungenklinik gratuliert ihrem Ärztlichen Direktor herzlich zu dieser besonderen wissenschaftlichen Auszeichnung.